Der Solid

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Das alternative Geldprojekt der Freien Schule in Essing

 

 

Wir produzieren Güter und Dienstleistungen in riesigen Mengen. Verkaufen diese und setzen dabei gigantische Mengen Geldes um. Und dieses Geld ist jetzt plötzlich verschwunden. Jedenfalls scheint es so, zumindest behaupten alle, sie hätten keines mehr. Der Staat, die Länder, die Gemeinden, die „normalen“ Bürger und die Unternehmen sowieso. Wo ist nur all das viele Geld auf einmal hin? Es ist dorthin gegangen, wo schon welches war. Geld liebt die Gesellschaft von Geld. Deshalb kann es sich scheinbar aus sich selbst heraus vermehren. Die wundersame Vermehrung, in der Bibel beschrieben, beim Geld vollzogen, gibt Rätsel auf. Für alle, die an Wunder ohne Ursachen glauben, ist die Sache so okay. Alle anderen werden zweifeln, und zwar zu Recht. Der verliehene Euro ist mehr wert als der ausgegebene, er kommt nämlich mit Zinsen zurück. Und diese Zinsen lassen unser Geld ständig weiter wachsen. Deshalb sind langfristig die Geldbesitzer gegenüber den nicht Geldbesitzern im Vorteil. Je größer die Geldmenge, desto größer der Vorteil. Am besten, Sie rechnen einmal nach.

 

Diese eine von vielen Ungereimtheiten rund ums Geld hat unsere Neugierde geweckt. Wir haben uns weiter mit dem Thema beschäftigt und sind dabei auf weitere Widersprüche gestoßen. Und so haben wir den Solid entwickelt. Der Solid ist ein regionales Zahlungsmittel, das den Euro ergänzt. Er unterscheidet sich allerdings in einigen Punkten deutlich von anderen Regionalgeldern wie beispielsweise dem „Chiemgauer“ oder dem „Hallertauer.“ Die Ausgabe erfolgt nicht im Tausch gegen Euro sondern im Tausch gegen Ware oder Dienstleistung. Die dazu benötigten Solidscheine bekommt man quasi „geschenkt.“ Ein Rücktausch in Euro ist nicht möglich.

Die Teilnahme ist freiwillig und für alle, Betriebe und Privatpersonen, jederzeit möglich. Die Regeln einfach und übersichtlich.

 

Weitere Infos bei der Freien Schule in Biburg.

 

Solidar-Regeln

 

Ich beteilige mich freiwillig.

Jeder Beteiligte kontrolliert eigenverantwortlich die Wertschöpfung.

Käufer und Verkäufer bestimmen wie viel in Solid bezahlt wird.

Der Solid kann nicht in Euros getauscht werden.

Der Solid ergänzt den Euro.

Die Angabe in Euro und Stunden dient der Orientierung, letztlich gilt die Vereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer.

Der Solid gilt ein Jahr. Er kann ohne Verlust zu Beginn des neuen Jahres getauscht werden.

Es wird ein Schlagsatz erhoben.

 

Es gibt ein Beratertelefon: 09443-905848

 

Solid

Complementäre Währung

Umtauschtabelle

0.05 Solid » 0.50 Euro
0.1 Solid » 1.00 Euro
1.00 Solid » 10.00 Euro
5.00 Solid » 50.00 Euro
10 Solid » 10 Stunde 100 Euro

 

Eine kleine Geldgeschichte


Drei Freunde, der Wirt, der Kürschner und der Anstreicher, trafen sich jede Woche am Stammtisch. Eines Tages kam ein Fremder, der den Wirt bat, einen 1.000-Euro-Schein in Verwahrung zu nehmen, da er nicht durch die Dunkelheit mit so viel Geld unterwegs sein wollte. In fünf Wochen würde er zurückkommen und das Geld wieder abholen.
Dem Kürschner fiel ein, dass er noch einen sehr schönen Pelz im Angebot hat. Der würde gerade 1000 Euro kosten und gut der Frau Wirtin passen. „Aber die 1000 Euro gehören mir doch nicht“,sagte der Wirt. „In fünf Wochen hast du das Geld wieder rein“. So kaufte der Wirt den Pelzmantel. Jetzt redete der Anstreicher dem Kürschner zu, doch seinen Laden mal wieder streichen zu lassen. Er würde ihm für 1000 Euro alles wieder fein machen, weil sie ja Kumpel seien. So wechselte das Geld erneut, und der Laden strahlte im neuen Glanz. Nun fiel dem Wirt ein, dass der Anstreicher immer mal eine große Feier veranstalten wollte. Er wäre bereit, so etwas auszurichten für einen schlappen Tausender. Daraufhin feierten sie ein rauschendes Fest.
Nach Ablauf der fünf Wochen konnte der Wirt dem Fremden seinen Tausender wieder aushändigen. Der bedankte sich artig für den guten Dienst und zerriss den Schein in kleine Schnipsel. Leider, das hätte er in der Zwischenzeit erfahren, wäre der Tausender Falschgeld – es gibt keinen 1000 Euro Schein.


Aber alle waren reicher geworden. Wodurch? Der Glaube an den Wert eines Fetzens Papiers, das aussah wie ein Tausender, hatte allen geholfen.